Bilder der Sportgala neuer link 25.12.:

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Galaempfang der Stadt: DDR-Schwimmlegende Roland Matthes Stargast der Felix-Verleihung

Jede Menge Sport-und Polit-Prominenz, Glamour, Musik von Alexander Pfriem und der Ed Sperber-Band, außerdem Delikatessen auf die Teller, das gab es bei der Sportgala 2010 im Konferenzzentrum. Und natürlich sechsmal den „Felix“, den Sportsonderpreis der Stadt in Schweinchenform.

 

Stargast des Abends, durch Moderator Sven Schröter auf die Bühne mit Großleinwand geholt: Roland Matthes, Orthopäde aus Marktheidenfeld, besser bekannt als „Rolls Royce des (Rücken-)Schwimmens“. Der vierfache Olympiasieger für die DDR, gerade 60 geworden, blieb sieben Jahre ungeschlagen, schwamm zwischen 1967 bis '74 der Weltkonkurrenz davon - ohne den Schatten eines Dopingverdachts. Der unprätentiöse Ausnahmesportler und Weltrekordhalter lebt heute sehr zurückgezogen in Marktheidenfeld. Blickt nur kurz auf, als ein MDR-Beitrag über die Leinwand flimmert. Das sei ein „anderes Kapitel“ gewesen, meint der einstige Star des SC Turbine Erfurt bescheiden.

„Man kann in Ruhe seine Suppe schlürfen“, scherzt Matthes über die ruhigere Zeit nach dem Ruhm - und mit Ehefrau Daniela Bahnen ziehen, zwei, drei Kilometer, „mehr“ sei heute nicht mehr drin. Nach Mainfranken kam der turboschwimmende Thüringer 1991, weil ihn hier niemand kannte - mit Franzi van Almsick schlenderte er mal durch „Aschebärsch“, erzählt er, die Schwimmstar-Kollegin aus der BRD tarnte sich scheu mit Schiebermütze.

Das Erfolgsgeheimnis

„Das Geheimnis des Erfolgs waren die Ohren“, flachst der Mediziner, Marke Tragflächenboot. Oder das kalte Wasser, aus dem er immer schnell wieder rauswollte. Nein, Matthes schiebt seine Erfolge auch aufs Glück, man müsse eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Es ist kein Mann vieler Worte, der da auf der Bühne steht. Anderswo wird darüber berichtet, dass Matthes' Weltgeltung zu DDR-Zeiten ein zweischneidiges Schwert war, das Regime hatte auch hier immer das letzte Wort.

Ähnlich fast wie bei Henryk Fabian. Der Fechtmeister der TG 48 mit polnischen Wurzeln kam selbst bei Olympia nie zum Zuge, was zur Zeit der kommunistischen Diktatur wohl „unsportliche“ Gründe hatte. Stattdessen half der gebürtige Oberschlesier dem hiesigen Nachwuchs weit über 100 Titel zu erfechten, förderte unter anderem Ex-Europameister Martin Schmitt: Dafür gab's den Felix, das Schweinchen fürs Lebenswerk. „Die Fechter sind toll“, gibt Fabian, Schweinfurter seit 1987 und Vater der Fechthalle, die Ehre weiter.

Etwa an die bayerische Jugendmeisterin Sarah Wittmann (16) von der TG, die sich, auf dem Sprung zur Deutschen Meisterschaft in Bochum, noch schnell das Bronze-Rüsseltier als „Sportlerin des Jahres“ abholte. Der Papa hatte die junge Degen-Dame zum Verbleib überredet.

Den Sprung in den Junioren-Kader der deutschen Ruder-Elite hat Georg Tully vom Ruderclub Franken geschafft - nun ist die Nachwuchshoffnung (unter anderem als Bayerischer Meister und Bundessieger) Sportler des Jahres 2010. Schirmherr war wie bei Wittmann das Schweinfurter Tagblatt. Sportredakteur Oliver Schikora zeichnete gleich noch die Faustballer des TV Oberndorf aus: Das Team um Nationalspieler Fabian Sagstetter schaffte die Rückkehr in die Bundesliga, schreibt die große Faustballtradition der einstigen WM-Stadt Schweinfurt fort.

Doch unerwartet: Der Felix für die beste Jugendförderung, den Heinz Fischer und Stefan Müller von der Sektion Schweinfurt des Deutschen Alpenvereins entgegennahmen - Klettern ist bei den Teenagern voll im Trend, auch am Main. Aufwärts geht es auch für den Main Handballverein 09 Schweinfurt, der aus dem FC 05 „outgesourced“ wurde und nun Vereins-Aufsteiger 2010 ist.

Vorangegangen war der Reigen der städtischen Sportlehrerehrungen, von den Aquaballern bis zu den Schachmeistern: OB Sebastian Remelé, der mit Karl-Heinz Kauczok vom Stadtverband für Sport gratulierte, verhehlte nicht, dass er es beim Sport mit Churchill hält. Vor die Wahl gestellt, Sportler oder Bürgermeister zu werden, habe er sich für letzteres entschieden. Michael Illgner, aus Schweinfurt stammender Chef der Deutschen Sporthilfe, rührte die Werbetrommel für die Nachwuchsförderung: Unter anderem tauchte schon mal der Schriftzug „Remelé“ auf dem Arm eines Athleten auf, im Spot der Spendenaktion „Dein Name für Deutschland“.

Fußballkünstler Alfred Reindl zeigte dem Nachwuchs von FC, Freien Turnern und TG, Jungs wie Mädels, Tricks mit dem Leder - unter Mithilfe einer Vuvuzela: „Diego Maradona war begeistert von meinem Nackentrick“.